Third Culture Kids

11 Jahre war unsere Familie in Asien (Jakarta u. Singapur) ansässig, ein ereignisreicher und spannender Abschnitt unseres Lebens. Der Job meines Mannes war der Auslöser, die Kinder besuchten die Deutschen Schulen vor Ort, ich war in den Deutschen Schulen tätig, in Fördervereinen, im Vorsitz des Elternbeirats.

Ein solcher Einschnitt in der Lebensbiographie verändert, bereichert und verunsichert auch.

In den Familien entwickelt sich eine ganz individuelle "Subkultur". Das Leben in einem völlig fremden Kulturkreis, in dem wiederum eine heimatliche Enklave mit Hilfe des „ german clubs“ eigener Schulen , "auf die deutschen Kunden ausgerichteter Lebensmittelgeschäfte" usw. geschaffen wird, erfordert ein hohes Maß an Flexibilität.

Umstellung und Orientierung, Heimweh, Berichterstattung und Beschreibungen dieses so ganz anderen Lebens an die Lieben daheim bestimmen den Alltag. Und kaum hat sich die Familie an dieses Leben gewöhnt, kommt der Ruf zurück nach Deutschland, mitunter geht es auch in ein anderes Land.

Meist gelingt es den Familien sehr gut mit dieser geforderten Mobilität Schritt zu halten. Häufig ergeben sich dennoch Probleme, die Rückkehr nach Deutschland verläuft nicht so einfach wie erwartet. Insbesondere die Kinder und Jugendlichen , geprägt von der Besonderheit des Expatriat-Lebens, fühlen sich fremd und unverstanden im eigenen – dem Heimatland. Was für die Erwachsenen die Rückkehr in ihr vertrautes Umfeld ist, kann für die Kinder und Jugendlichen einen weiteren Kulturschock bedeuten. Auch für die Mütter und Väter ist die Wiedereingliederung in die alten Strukturen häufig befremdlich und belastend. Das Leben „ draussen „ verändert, Heim-und Fernweh können in einem Atemzug genannt werden. Auch hier wurden Freunde und liebgewonnene Bräuche zurückgelassen.

In dieser recht jungen Auseinandersetzung mit dem Thema möchte und kann ich auf Grund eigener erlebter Erfahrung meinen Beitrag leisten, in einer Welt der Globalisierung stützend und beratend zur Seite zu stehen.