Angewandte Therapieformen

Klientenzentriert – lösungsfokussiert - systhemisch

Grundlage in der Therapie ist die klientenzentrierte Beratung nach C.Rogers, die lösungsfokussierte Kurztherapie nach Steve de Shazer und die Arbeit mit dem inneren Team nach Schulz von Thun.

Um Ihnen einen kurzen Eindruck zu vermitteln, was Sie bei einer Gesprächstherapie erwartet, hier eine kurze Zusammenfassung:

Klientenzentriert

Die klientenzentrierte (auch personenzentriert genannt) Gesprächstherapie wurde um 1940 von dem amerikanischen Psychologen Carl C. Rogers entwickelt. Diese Therapieform gehört zu den humanistischen Methoden, in diesen Verfahren wird der Mensch als jemand betrachtet, der aus sich selbst heraus die Fähigkeit und das Bestreben besitzt, sich zu entwickeln und zu wachsen.

C. Rogers lehrt uns den Klienten anzunehmen wie er ist – wertschätzend, wohlwollend und echt, d.h. nicht (be-)wertend. Es ist nicht meine Aufgabe aufzuzeigen was Sie „falsch“ machen. Ziel wird es sein zu wecken was funktioniert und Ihnen gut tut!

Im Dialog wird konsequent auf Tipps und Ratschläge verzichtet, um Raum für kreative Problemlösungen und eigene Wachstumsprozesse zu schaffen. Ziel ist es dass sich der Klienten zunehmend als kompetent und selbst – bewußt erlebt.

Lösungsfokussiert

Lösungsorientierte Kurztherapie bedeutet: Die Lösung steht im Brennpunkt. Die Erklärung für ein Problem ist primär nicht notwendig. Die Lösung beinhaltet die Erklärung. Sonst wäre sie keine Lösung.

Diese Sichtweise ermöglicht den Schritt von „Was verursacht das Problem?“ zu den Fragen „Was hält das Problem aufrecht?“ und „Wie konstruieren wir Lösungen?“.

Indem mögliche Lösungen und bereits hilfreiche Ansätze zur Bewältigung des Problems angesprochen werden, kann sich der Klient aus der Negativspirale des Problematisierens lösen . Konzentrieren sich die Gespräche auf die Ausnahmen eines Problems , die Momente , in denen kleine Veränderungen eintreten, können diese verstärkt werden.

Dazu de Shazer: Der Zugang zur Kurztherapie ist „das, was der Klient mitbringt, nutzen, um seine Bedürfnisse in der Weise zu erfüllen, dass er sein Leben zu seiner Zufriedenheit gestalten kann.“ (de Shazer, 1997).

Das Augenmerk richtet sich mehr auf die Gegenwart, weg von der Vergangenheit, wo oft nur nach Ursachen für die gegenwärtigen Probleme gesucht wurde.

Lösungsfokussierte Gesprächsführung ist eine sehr direkte Methode zur Bearbeitung von seelischem Ungleichgewicht und psychischen Belastungen. Blockaden und Traumen verlieren ihre ( zer-) störende Wirkung und bestimmen nicht länger das tägliche Leben.

Systemisch

Das Innere Team ist ein Persönlichkeitsmodell des Hamburger Psychologen Friedemann Schulz von Thun.

Dieses Modell beschreibt die unterschiedlichen „Stimmen und Meinungen „ die uns tagtäglich in unseren Entscheidungen und Verhalten beeinflussen.

"Wir sind viele" – und das macht den Menschen so einzigartig. Es ist hilfreich und klärend dieses Team kennenzulernen und es zu Wort kommen zu lassen.

Teammitglieder unterscheiden sich auf vielfältige Weise – sie sind laut oder leise, melden sich schnell oder langsam, sind dominant im Außenkontakt oder zeigen sich nur nach innen, wo sie als Gedanke, Gefühl, Impuls, Stimmung oder Körpersignal auftreten. Zwischen Teammitgliedern ( z.B. die oder der Ängstliche, Freche, Mutige, Unentschlossene ) herrscht eine ähnliche Gruppendynamik wie im wirklichen Leben auch. In ihrer Gesamtheit spiegeln sie die Lebenserfahrungen eines Menschen wider, darunter die Meinung von Eltern, Freunden und Lebenspartnern oder die Werte von Gemeinschaften, denen man sich zugehörig fühlt.

Diese inneren Teamsitzungen finden ständig statt. Durcheinander, Unsicherheit, Unwohlsein und uneinheitliche Äußerungen (z. B. ungutes Bauchgefühl gegen rationales Argument) sind die erlebten Reaktionen.

Gemeinsam nehmen sich Therapeut und Klient Zeit um die unterschiedlichen Stimmen zu identifizieren, ihnen Gehör zu verschaffen und sie zu verstehen. Wie in wirklichen Teams kann über einen Kompromiss nachgedacht werden. Zum Abschluss kann man das Ergebnis zusammenfassen und noch einmal die Zustimmung aller Teilnehmer einholen.

Dieses Vorgehen hat mehrere Vorteile. Weil man sich in seiner Vielfältigkeit – und auch Widersprüchlichkeit zu akzeptieren lernt, ist es nicht nötig, wichtige Bedürfnisse zu vernachlässigen, um schnell eine einheitliche Meinung hervorzubringen. Ein authentisches Ergebnis führt häufig zu höherer Selbstzufriedenheit – und schließlich hilft die Selbstklärung, späteres Unwohlsein in dieser Fragestellung schnell zu verstehen und damit umzugehen.